Wie in vielen anderen Orten ist auch in Niederburg der Brauch der Kräuterweihe an Maria Himmelfahrt noch lebendig. Blumen, Getreideähren und Heilkräuter aus der Natur und dem Hausgarten wurden zu kleinen Sträußen gebunden, auf den Altar gestellt und mit einem Segensgebet geweiht.

Eine Legende erzählt: Als am dritten Tage nach dem Begräbnis der Gottesmutter die Apostel ihr Grab besuchten, schlug ihnen eine Woge köstlichen Wohlgeruchs entgegen. Das Grab war verlassen, dafür aber angefüllt mit Rosen und rings um die Grabstätte blühten all die bescheidenen Heilkräuter, die die Gottesmutter in ihrem Leben geliebt hatte.

Seitdem werden am Tage des Heimgangs der Gottesmutter (15. August) in der Kirche die Kräuter geweiht.

Die katholische Kirche sieht die Kräuterweihe vor allem als Ausdruck für die Achtung vor der Schöpfung und die Heilkraft der Kräuter als Symbol für die Zuwendung Gottes zu den Menschen.

Karola Vogel