Ingwer Feddersen kehrt als “Studierter” nach Jahrzehnten in das nordfriesische Dorf Brinkebüll zurück, in dem er eine beschauliche Kindheit verbracht hat. “Die Welt geiht ünner.” Marret Feddersen sieht dafür überall Zeichen in der Natur. Keiner nimmt sie ernst, denn im kleinen nordfriesischen Geestdorf Brinkebüll gilt die Träu-merin als verrückt. Im Sommer 1965 quartieren sich drei Landvermesser im Gasthof Feddersen ein und lassen die ahnungslose 17-Jährige schwanger zurück. Die fol-gende Flurbereinigung ist dann tatsächlich ein Zeichen für anstehende einschnei-dende Veränderungen im beschaulichen Dorf, dessen Bewohner sich seit Genera-tionen stoisch mit gesenkten Köpfen gegen die Winterstürme stemmen. – Auf einer zweiten Zeitebene kommt Marrets unehelicher Sohn Ingwer Feddersen als 42-Jähriger ins Dorf zurück. Ingwer war einer der wenigen Brinkebüller Schüler, die es aufs Gymnasium der nächsten Stadt geschafft haben. Nun hat er sich ein Sabbat-jahr genommen, um sich um seine alten Großeltern Ella und Sönke zu kümmern. – In eindringlicher Sprache mit plattdeutschen Einsprengseln und viel Zeitkolorit (Schlagertitel geben die Kapitelüberschriften) erzählt Dörte Hansen (bekannt durch ihren erfolgreichen Debütroman “Altes Land”) von den unausweichlichen Umbrü-chen. Wehmütig, aber nicht sentimental schaut sie auf eine Zeit zurück, in der nicht immer alles besser war. – Ein absolutes Muss für jede Bücherei. (Karin Blank; medi-enprofile-Rezension)