Die Liebe siegt


Wenn wir wie Petrus jetzt zulassen müssten:
Er, der wahre Gott und wahre Mensch, beugt sich in die Niedrigkeit unseres Lebens, unserer Durchschnittlichkeit, unserer schmutzigen, nicht allzu gut riechenden Füße und wäscht sie, was würde das mit uns machen, wie würde es uns anrühren? Kann es sein, dass sich in Petrus auch etwas genau dagegen wehrt, weil er spürt, das würde etwas in seinem Herzen wirklich verwandeln, wirklich erneuern, was er vielleicht gar nicht mag? Damit Petrus wirklich einer werden kann, der selber lernt, anderen die Füße zu waschen?
Und der dann so Anteil hat an der Liebe Jesu? Das Problem des Petrus ist unser aller
Problem. Jesu Hingabe, seine Erniedrigung für uns will uns von innen her berühren und verwandeln, Er will, dass auch wir Füßwäscher werden. Er will, dass wir lernen, das letzte Abendmahl als da zu verstehen, was es in der Tiefe ist: Teilhabe an seinem Leben, an seinem Geist, an seiner Liebesfähigkeit. Und diese
Liebe ist es, in der Welt am Ende immer siegen wird, aller Angst, allem Terror, allem Tod zu Trotz. Die Liebe siegt.
Bischof Stefan Oster SDB